|
Anfang Mai 2005 fuhren wir mit unserem PKW, die Räder huckepack, in die masurische Stadt Mragowo (früher: Sensburg). Dort wohnten wir bei der Familie Harasimowicz auf der ul. Kopernika 13. Das Haus (auf dem Bild im gelben Kreis) liegt direkt am See, um den man auf Uferwegen fast ganz umradeln kann.
|
|
Abends haben wir in einer Gaststätte, die an der zweiten Bucht liegt, vorzüglich gespeist. Wir fühlten uns bei unseren Gastgebern sehr wohl, vor allem, weil der Hausherr recht gut Deutsch spricht. Der einzige Nachteil unseres Aufenthaltsortes war, dass wir eine etwas längere Anfahrt zu unseren Ausflugszielorten bei Mikolajki (Nikolaien) hatten.
|
|
|
In Mragowo nahe bei dem oben erwähnten Lokal steht ein monumentales Denkmal des verstorbenen Papstes Johannes Paul. Fast stündlich werden hier Kerzen und Blumensträusse abgestellt und oft sieht man hier Menschen im andächtigen Gebet versunken.
Ähnlich gross (natürlich durch den Zeitabstand relativiert) ist die Verehrung des Astronomen Kopernikus, dessen Standbild ich in Olsztyn (Allenstein) fotografierte.
|
|
|
|
|
Wie auf den oberen Karten zu erkennen ist, ist die Masurische Landschaft durch die zahlreichen Seen geprägt. Leider meinte es der Wettergott nicht sehr gut mit uns, so dass wir uns freuen konnten, bei angenehmen Wetter je eine Dampferfahrt (Miklajki- Ruciane- Nida) und eine Bootsfahrt auf der Krutynia zu unternehmen.
|
|
|
Die Bootstour auf der Krutynia war ein Erlebnis, das wir nie vergessen werden. Die Bootsvermieter, die auch eine sehr nette Pension führen und gut Deutsch sprechen, sind für mich ein masurischer Geheimtip, den man auf nebenstehendem Bild öffnen kann. |
|
|
|
|
Völlig überrascht waren wir, als wir unvermutet auf Galindia - “Wilde” bei Iznota (Isnothen) am Jezioro trafen. Gerade wurde eine Reisegruppe von wild gestikulierenden Galindern zum Hotel abgeführt und der Häuptling des Stammes erklärte uns in fabelhaftem Deutsch die Stammesgeschichte seiner Leute.
|
|
|
|
|
|
Auf teilweise Wüstensand- ähnlichen Wegen erforschten wir die Gegend im Krajobrazowy- Park. Hier trafen wir am Jezioro- See auf die oben abgebildete Biberburg nebst den jüngsten Nageversuchen.
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Nach Swieta Lipka (Heiligen Linde) fuhren wir mit Yvonne, die in Mragowo als Reiseleiterin für Polen tätig ist. Das Orgelspiel, bei dem sich Engel, Putten, die hl. Maria, sowie andere Figuren bewegten, aber vor allem die Madonna- Kind- Ikone zogen unsere Aufmerksamkeit voll auf sich.
|
|
|
Yvonne fuhr mit uns bis zum Frischen Haff an der Ostsee (unten) führte uns durch Allenstein (Olsztyn), die Geburtsstadt meines Grossvaters und erläuterte gekonnt geschichtliche Hintergründe der frühen und neuesten Geschichte Polens.
|
|
|
|
|
Dass ich ein Foucaultsches Pendel in Frombork (Frauenburg) finden würde, damit hatte ich nicht gerechnet und meine Begeisterung war deshalb sehr gross.
|
|
|
|
|
|
Der Gedenkstein zum Andenken an die Opfer des versuchten Attentates auf Hitler 20. Juli 1944 (Stauffenberg u.v.a.) in der “Wolfsschanze” bei Rastenburg (Ketrzyn) fuehrte Yvonne und uns dazu den Bogen von der Vergangenheit in die Zukunft zu spinnen. Meine Hoffnung geht dahin, dass die Polen nicht so sehr wie wir in die Fänge des globalen Kapitalismus geraten. Yvonne glaubt, dass Polen widerstehen könnte
|
|
|
|
|
|
Glaubenszeugnisse von der Neuzeit bis in die fernste Vergangenheit findet man in Polen in allen Orten. Die Frömmigkeit der Menschen lässt hoffen, dass die Traditionen hier ein grösseres Gewicht haben als anderswo, doch liegt nicht in alledem auch eine gewisse Bereitschaft zur Unterwerfung (unter die Macht der Kirche......) ? Was wird folgen?
|
|
Unsere Fahrt zur russischen Grenze fuehrte uns nach Szczurkowo, einem kleinen Dorf mit etwa 20 Häusern und 48 Störchen auf diesen. Die Menschen dort sind bitter arm, Kinder und Erwachsene betteln um Euros. Der Bauer, der sich mit uns zu unterhalten versuchte, hat wohl Haus und Ställe, aber ausser Hühnern kein Vieh. Die Arbeitslosigkeit liegt hier bei 80 %!,
|
|
|
|
|
So denken wir mit gemischten Gefühlen an Polen, seine Landschaften, Tiere und Menschen zurück. Wir haben Freundschaften geschlossen, gern möchten wir wiederkehren, die lange Anfahrt schreckt jedoch ab. Vielleicht werden wir zum ersten Mal einen Billigflieger benutzen, um die Masuren und ihre freundlichen Menschen wieder zu treffen.
|
|